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    <subtitle type="html">Der Weg zur veganen Gesellschaft</subtitle>
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    <updated>2010-06-22T15:16:45Z</updated>
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            <name>Martin Pätzold</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-13T17:58:27Z</published>
        <updated>2010-06-22T15:16:45Z</updated>
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        <title type="html">Das natürliche Hemmnis gegen Gewalt</title>
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                Man kann Tierrechte und das daraus resultierende persönliche Verhalten – die vegane Lebensweise – theoretisch begründen. Die Grundlage ist, vereinfacht gesprochen, auf der einen Seite das Gleichheitsprinzip (gleiche Berücksichtigung gleicher Interessen), dessen Einschränkung auf die menschliche Spezies aufgehoben wird, da es keine signifikanten ethischen Unterschiede zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren (die ein Bewusstsein haben) und damit keine Rechtfertigung für diese Einschränkung gibt. Auf der anderen Seite ist es die Überzeugung, dass Leid vermieden werden soll, wenn es vermieden werden kann, da Leid als etwas genuin Schlechtes betrachtet wird.<br />
Genau genommen ist Letzteres jedoch keine rein geistige Überzeugung, sondern ein Instinkt. Der Widerwillen, der bei der Beobachtung, wie einem anderen empfindungsfähigen Lebewesen Leid zugefügt wird, entsteht, ist die Empathie. Wie alle Instinkte, wird auch Empathie durch die Sozialisation in den gesellschaftlichen Rahmen eingepasst. Im Fall von Empathie für andere Tiere ist die gesellschaftliche Dominante der Speziesismus. Diese Einpassung bedeutet, dass gelernt wird, die instinktive Empathie bei nichtmenschlichen Tieren zu unterdrücken.<br />
<br />
<div class="serendipity_imageComment_left" style="width: 200px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='http://vegane-gesellschaft.de/uploads/gehirnscans.png'><img src="http://vegane-gesellschaft.de/uploads/gehirnscans.tmb.png" alt=" " /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Die Gehirnscans zeigen eine höhere Aktivität bei Veganern (Quelle: siehe Fußnote 2)</div></div>Italienische Forscher haben nun nachgewiesen, dass bei Rassisten der Instinkt der Empathie unterdrückt wird.<sup>1</sup> Was Sozialpsychologen bereits vermutet haben – dass Rassismus mit einem Mangel an Einfühlungsvermögen einhergeht – wurde durch die Studie neuropsychologisch belegt. Während Menschen normalerweise automatisch mitleiden, wenn sie sehen, wie einem anderen Menschen Leid zugefügt wird, unterbleibt diese Reaktion (wie durch Messung und Vergleich der Hirnaktivitäten und von Muskelreaktionen festgestellt wurde), wenn die leidende Person die "falsche" Hautfarbe hat. Der Forschungsleiter sagt dazu: "Die automatische Muskelreaktion zeigt menschliche Anteilnahme am Leiden Fremder, zumindest solange sie nicht mit vorurteilsbehafteten Stereotypen belegt sind." <br />
<br />
Was für Rassismus gilt, gilt (mutatis mutandis) auch für andere Diskriminierungs&shy;formen, in diesem Fall den Speziesismus. Wenig überraschend hat so auch eine neue Studie mit neurologischen Untersuchungen bestätigt, dass die Gehirnregionen für Empathie bei Veganern beim Anblick auch von tierlichem Leiden stärker aktiviert werden als bei Omnivoren.<sup>2</sup> Die Schlussfolgerung ist simpel: Menschen, die nicht (mehr) mit den vorurteilhaften Stereotypen gegenüber (nichtmenschlichen) Tieren behaftet sind, zeigen ihnen gegenüber wieder eher das ursprüngliche Maß an Empathie.<br />
<br />
Ursprünglich deshalb, weil Kinder die Fähigkeit zu vorurteilsloser Empathie noch besitzen. Sie empfinden sie auch beim Anblick von Leid, das nichtmenschlichen Tieren zugefügt wird, weil sie das speziesistische Vorurteil, nichtmenschliche Tiere seien weniger wert als Menschen und könnten daher fraglos anders behandelt werden, noch nicht übernommen haben. Oder wie Freud es in <i> Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse</i> formulierte:<br />
<blockquote>Das Kind empfindet keinen Unterschied zwischen dem eigenen Wesen und dem des Tieres; es läßt die Tiere ohne Verwunderung im Märchen denken und sprechen; es verschiebt einen Angstaffekt, der dem menschlichen Vater gilt, auf den Hund oder auf das Pferd, ohne damit eine Herabsetzung des Vaters zu beabsichtigen. Erst wenn es erwachsen ist, wird es sich dem Tiere soweit entfremdet haben, daß es den Menschen mit dem Namen des Tieres beschimpfen kann. Seine späteren Erwerbungen vermochten es nicht, die Zeugnisse der Gleichwertigkeit zu verwischen, die in seinem Körperbau wie in seinen seelischen Anlagen gegeben sind.<sup>3</sup></blockquote><br />
<div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 256px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='http://arpix.de/img.php?f=1065.jpg'><img src="http://arpix.de/img/a:R/w:256/h:256/q:69/f:1065.jpg" alt="Todeskandidaten" /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Vermittelte Aussage: Tiere gehören hinter Gitter</div></div>Was Freud hier noch (vielleicht ganz ohne Absicht) im Aktivsatz formulierte – das Kind entfremdet sich – ist tatsächlich die Einwirkung von außen, die der Sozialisation. <a href='http://vegane-gesellschaft.de/archives/44-Wachsende-Bedraengnis.html'>Massive Indoktrination</a> wird nicht nur von der Tierausbeutungs&shy;industrie betrieben und vom Staat durch <a href='http://maqi.de/presse/milchpropaganda.html'>"Schulmilchprogramme"</a> gefördert. In den Lehrplänen der Schulen sieht es entsprechend aus: Kinder lernen, dass Kühe Milch "geben", und lernen nicht, was mit den Kälbern, für die diese Milch gedacht ist, geschieht. Auch die Eltern handeln oftmals nicht anders, nicht zuletzt um ihr eigenes Weltbild nicht zu stören. Die Eigeninitiative von Kindern und Jugendlichen eine vegane Lebensweise anzunehmen, wird vorzugsweise durch die <a href='http://tierrechtsforen.de/13/2118'>Ammenmärchen drohender Mangelerscheinungen</a> be- oder verhindert. <br />
<br />
Auf der Alltagsebene wirkt sich die Distanz zum "Produktionsprozess" von Tierprodukten zuungunsten der Tierausbeutung aus. Tier"farmen" und Schlachthäuser liegen weit außerhalb der Städte und die Tierleichen werden bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt und sauber in Folie eingepackt. Dadurch fehlt die "Sensibilisierung für das Tier als Nutzobjekt" und die Verbraucher reagieren auf "Tierschutz-Skandale" mit kurzzeitigem Nachfragerückgang. Kurzzeitig - bis die speziesistische Normalität wieder hergestellt ist.<br />
<br />
Während das Töten der Tiere früher noch präsenter war, "fehlt" heute zunehmend die Abstumpfung gegenüber Gewalttaten gegen Tiere. Die rhetorische Frage "Du kommst aus der Stadt oder?" als Antwort auf geäußerte Kritik an Tierausbeutung, hätte in Bezug auf Rassismus vor ein paar Hundert Jahren in den USA ihre Entsprechung in der Frage "Du kommst aus den Nordstaaten oder?" gehabt. Die natürliche Empathie lässt sich nicht so einfach abschalten, sie muss aufwändig unterdrückt werden. Die Schlachthofsmauern können jedoch nicht mehr höher gebaut werden und so ist die zunehmende Medialisierung und dadurch schnellere und bessere Verbreitung von Informationen, der Anfang vom Ende der Tierausbeutungindustrie.<br />
<br />
<br />
<small><font color="#666666"><u>________</u><br />
<b>1</b> Alessio Avenanti et al.: Racial Bias Reduces Empathic Sensorimotor Resonance with Other-Race Pain, in: Current Biology 20 (2010), Nr. 11.<br />
<b>2</b> Filippi M, Riccitelli G, Falini A, Di Salle F, Vuilleumier P, et al. (2010) The Brain Functional Networks Associated to Human and Animal Suffering Differ among Omnivores, Vegetarians and Vegans. PLoS ONE 5(5): e10847<!-- http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0010847 -->.<br />
<b>3</b> Sigmund Freud: Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse, in: Gesammelte Werke, Bd. XI, 3. Aufl., Frankfurt/M. 1966, S. 7f. 
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        <author>
            <name>Martin Pätzold</name>
                    </author>
    
        <published>2010-04-26T11:45:15Z</published>
        <updated>2010-04-27T15:23:10Z</updated>
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        <title type="html">Ideologische Wissenschaft - damals und heute</title>
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            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <blockquote>Die Welt ist voller Unwissenheit. Was Veganismus anbelangt, befinden wir uns im finstersten Mittelalter, in dem die Menschen sich fürchten, vom Rand der Welt zu fallen, obwohl schon viele Jahrhunderte zuvor der Radius des Globus mit erstaunlicher Genauigkeit erfaßt wurde. Der von der Kirche geschürten Angst vor Hexerei entspricht der von der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie genährte Aberglaube an magische Stoffe in tierlichen Produkten, ohne deren Präsenz der Fluch angeblicher Mangelerscheinungen heraufbeschworen wird.<sup>1</sup></blockquote><br />
Diese Unwissenheit abzubauen, hat sich bisher nur die <a href="http://veganekinder.de/adavegan" title="ADA"><i>American Dietetic Association</i></a> (ADA) bemüht, die 2003 und 2009 durch die Auswertung einer Vielzahl an Studien die vegane Ernährung als für jedes Lebensalter geeignet bezeichnete. Der Rest der Ernährungswissenschaft fürchtet immer noch, am Rand hinabzufallen, wenn sie das Offensichtliche bestätigen müsste. Nicht selten stimmt auch die Presse in dieses Konzert ein, indem sie für den Veganismus positive Ergebnisse aus Studien <a href="http://tierrechtsforen.de/2/7131">solange verdrehen, bis sie negativ aussehen</a>. Das muss mit keiner Verfälschung einher gehen – das Positive zu marginaliseren und das Negative herauszustellen erzielt bereits den gewünschten Eindruck.<br />
<br />
<div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 200px"><div class="serendipity_imageComment_img"><img src="http://vegane-gesellschaft.de/uploads/photos/procedings-nutrition-society.jpg" alt=" " /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Fachzeit&shy;schrift für Ernährungs&shy;wissenschaft</div></div>Das Wissen um die Kugelgestalt der Erde, das seit der Antike bekannt war, war auch im Mittelalter nicht verschwunden, sondern wurde aus machtpolitischen Gründen unterdrückt. Nicht viel anders sieht es mit dem Verhältnis von Ernährungswissenschaft und Veganismus aus, denn bereits 1967 wurde ein durchweg positiver und am Ende proveganer Artikel veröffentlicht. "Ernährungszustand bei Veganern und Vegetariern" von F. R. Ellis und Pamela Mumford<sup>2</sup> ist eine eigene Studie und zugleich eine Auswertung bisheriger Studien. Die Fragestellung lautete hier, wieweit diese beiden Ernährungsformen<sup>3</sup> eine adäquate Nährstoffversorgung gewährleisten können. Die Definition von Veganer schloss übrigens auch damals, wie hier wörtlich erwähnt wird, schon die Vermeidung von tierkohleraffiniertem Zucker mit ein, genauso wie Margarine mit einem Vitaminzusatz, der unvegan ist ("white sugar clarified with bone charcoal, or margarine fortified with vitamin A from animal sources"). <br />
<br />
Die Auswertung von drei früheren Studien, die zwischen 1954 und 1967 erhoben worden waren, sowie die eigene Studie, habe erwiesen, so die Autoren, dass "vegane Ernährung, die unbehandelte Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Gemüse und Früchte umfasst, keine erkennbaren Mangelerscheinungen hervorruft" und lediglich Vitamin B12 supplementiert werden sollte. Es wäre erwiesen, dass "die durchschnittliche Nährstoffaufnahme die empfohlenen Tagesdosen erfüllt". Bei der Nährstoffanalyse der Studien (zwischen Veganern, Vegetariern und Omnivoren) waren die Werte für Eisen und Thiamin (Vitamin B1) bei Veganern zudem höher als bei Omnivoren. Und auch wenn die Protein-Aufnahme geringer war, konsumierten Veganer "einen angemessenen Anteil verwendbaren Proteins".<sup>4</sup> Beim Vitamin B12 lautete das Ergebnis der eigenen Studie, dass die Veganer keinerlei Anzeichen für einen Mangel zeigten (wobei die Autoren vermuten, dass angereicherte Produkte konsumiert wurden). <br />
Abschließend stellten sie fest:<br />
<blockquote>Aus unserer Studie mit Veganern zeigt sich eindeutig, dass diese Ernährung einen befriedigenden Nährwert für Erwachsene garantiert, vorausgesetzt, es wird Vitamin B12 supplementiert, wenngleich es interessant wäre, eine weitere Studie mit veganen Kindern und Jugendlichen durchzuführen. Miller (1963) hat nämlich gezeigt, dass es möglich ist, mit ausschließlich pflanzlichen Bestandteilen Säuglingsnahrung mit NApCal 8%<sup>[5]</sup> herzustellen, die damit die Anforderungen [an Säuglingsnahrung] erfüllt. <br />
Die Berücksichtigung dieser Ergebnisse ist für das Welternährungsproblem<sup>[6]</sup> relevant, da weit höhere Nährstoff-Erträge pro Flächeneinheit durch Gemüsekulturen erzeugt werden als durch Tierhaltung (Tabelle 3) und die Erträge pro Arbeitsstunde folgen einem ähnlichen Schema. <br />
Miller &amp; Mumford (1966) fanden heraus, dass die günstigste Nahrung, um die täglichen Dosen von drei oder mehr 'Schlüssel'-Nährstoffen (Kalorien, Protein, Kalzium, Eisen, Vitamin A und Vitamin C) bereitzustellen, Mehl, Brot, Haferflocken, Kartoffeln, Bohnen, Möhren, Kohl, Spinat und Wasserkresse sind.</blockquote><br />
Das bedeutet auch, bereits vor knapp 50 Jahren wurde festgestellt, dass auch vegane <a href="http://veganekinder.de/">Säuglings- bzw. Kinderernährung</a> höchstwahrscheinlich kein Problem darstellt. Dennoch gibt es noch im Jahr 2010 Ärzte, die von veganer Kinderernährung abraten. Das geschieht meistens durch solche Personen, <a href="http://tierrechtsforen.de/4/3766">die nicht einmal wissen, was Veganismus überhaupt ist</a> und am liebsten auch keine einzige Studie durchgeführt oder sich vorhandene angesehen haben. Das hält sie schließlich nicht davon ab, ablehnende Pauschalurteile zu fällen.<br />
<br />
<div class="serendipity_imageComment_left" style="width: 180px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='http://veganekinder.de/album'><img src="http://veganekinder.de/img/veganekindergesichter150x150.jpg" alt=" " /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Gesunde vegane Kinder – laut manchen Ernährungs&shy;wissen&shy;schaftlern eigentlich nicht existent.</div></div>So wie trotz der Kenntnis der Kugelgestalt der Erde im Mittelalter die Fehlinformation der Scheibengestalt aus politischen Gründen verbreitet wurde, ist die heutige Ernährungs&shy;wissenschaft nicht weniger politisch. Während sehr vielen Menschen bekannt ist, dass Veganer eine niedrige Vitamin-B12-Aufnahme haben könnten (und bei nicht wenigen Menschen ist das das einzige, was sie über Veganismus wissen), ist praktisch unbekannt, dass Veganer grundsätzlich gute Werte bei einem anderen Vitamin, der Folsäure oder Vitamin B9, haben, obwohl die Durchschnitts&shy;bevölkerung viel zu wenig Folsäure aufnimmt.<sup>7</sup> Dennoch gibt es etliche Studien zum B12-Status bei Veganern, aber kaum Studien zum B9-Status. Nicht zuletzt deshalb, da man hier gezwungen wäre, etwas Positives über Veganismus zu sagen. Ähnlich unbekannt ist die gute Eisenversorgung (wie die o.g. Studienauswertung zeigte, war das schon vor knapp 50 Jahren bekannt), dennoch wird von der schlechteren Eisenversorgung der Vegetarier unhinterfragt auf Veganer geschlossen. <br />
Diese gezielte Nicht- und Fehlinformationen dienen der Aufrechterhaltung des Dogmas des ungesunden Veganismus. Solange das besteht, haben die Unveganer immer eine gute Ausrede zur Hand, sich nicht mit der ethischen Dimension ihres Verhaltens auseinandersetzen zu müssen. Dass in einer speziesistischen Gesellschaft die Ernährungs&shy;wissenschaft (bis auf Ausnahmen) einen entscheidenden Teil zu dieser Aufrecht&shy;erhaltung beiträgt, versteht sich.<br />
<br />
Aus der Geschichte zu lernen ist ratsam, um gleiche Fehler nicht zu wiederholen. Manche der heutigen Ernährungs&shy;wissenschaftler sind die Kleriker der Gegenwart, die Fakten ignorieren, die seit langer Zeit bekannt sind. Veganismus <i>darf</i> nicht möglich und gesund sein, da das die eigene Ideologie beeinträchtigen würde. Es bleibt zu hoffen, dass es neben den obigen Autoren und der ADA mehr werden, die solchen Kräften entgegensteuern und sich nicht scheuen, das etablierte Weltbild zu verändern.<br />
<br />
<small><font color="#666666"><u>________</u><br />
<b>1</b> <a href="http://veganismus.de/intro.html" title="Veganismus.de - Intro">http://veganismus.de/intro.html</a> [27.04.2010].<br />
<b>2</b> "The nutritional status of vegans and vegetarians", in: Proceedings of the Nutrition Society 26 (1967), S. 197-205.<br />
<b>3</b> Wobei Veganismus genau genommen natürlich keine Ernährungsform, sondern ein Lebensstil ist<br />
<b>4</b> Im englischsprachigen Raum ist der Protein-Mythos (Veganer hätten irgendwelche Versorgungsprobleme bei Proteinen) wesentlich stärker verbreitet als im deutschsprachigen.<br />
<b>5</b> Das ist eine Angabe für Proteinqualität. Der hier genannt Wert entspricht dem menschlicher Muttermilch.<br />
<b>6</b> Erst ab dieser Zeit stieg die Weltbevölkerung exponential an (die Zahl von vier Milliarden wurde "erst" 1980 erreicht). Gleichzeitig gab es erst seit knapp zwanzig Jahren "Massentierhaltung" im heutigen Sinne. Bis heute ist es bekanntlich nicht besser geworden, immer mehr pflanzliche Nahrung wird in der Tierausbeutungsindustrie verschwendet, während der Welthunger zunimmt.<br />
<b>7</b> http://www.bfr.bund.de/cd/8899#a8906 [27.04.2010].</small> 
            </div>
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            <name>Martin Pätzold</name>
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        <published>2010-01-05T11:52:14Z</published>
        <updated>2010-01-06T13:24:35Z</updated>
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                <div class="serendipity_imageComment_left" style="width: 256px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='http://www.arpix.de/index.php?query=schwein&screen=1125&a=redirect&size='><img src="http://arpix.de/img/a:R/w:256/h:256/q:69/f:1034.jpg" alt="Todeskandidaten" /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Bisherige Ausbeutungs"rasse"</div></div>Der Begriff Biodiversität ist seit Kopenhagen zu einer größeren Bekanntheit gekommen und wird diese im laufenden Jahr noch steigern. Biodiversität ist grob gesagt der wissenschaftliche Begriff für Artenvielfalt sowie Vielfalt der Ökosysteme. In die Medien gelangt er zur Zeit durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), das unter der Schirmherrschaft von Ministerin Aigner steht, die sich im letzten Jahr vor allem durch <a href="http://www.maqi.de/presse/milchpropaganda.html" >primitive Milchpropaganda</a> ausgezeichnet hat. Dort werden im Jahr 2010, das das "Internationale Jahr der Biologischen Vielfalt" ist, verschiedene Aktionen unter dem Motto "Biologische Vielfalt – Schutz durch Nutzung" durchgeführt. <br />
<br />
Dies läuft dort genauer gesagt unter dem Begriff "Agrobiodiversität", womit "alle Komponenten der biologischen Vielfalt" bezeichnet werden, "die für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Funktionieren der Agrarökosysteme von Bedeutung sind". Da wir uns alle ernähren müssen, klingt das auf den ersten Blick nicht weiter negativ, jedoch fallen in unserer unveganen Gesellschaft unter die Rubrik "Ernährung" bekanntermaßen auch die nichtmenschlichen Tiere, an deren Ausbeutung eine große Industrie und die Bequemlichkeit der Menschen interessiert sind - zwei starke Faktoren, die den Veganismus und dessen Folgen (bessere Gesundheit, mehr Ressourcen, enorme Reduzierung der Umweltbelastung durch Landwirtschaft) indirekt abwehren oder direkt bekämpfen.<br />
"Schutz durch Nutzung" heißt beim Landwirtschaftsministerium auf "gefährdete Nutztierrassen" bezogen also: je mehr Individuen dieser Arten für den menschlichen Konsum eingesperrt und umgebracht werden, um so besser ergeht es der Art. Statt einem "normalen Hausschwein" sollen in Zukunft "Bunten Bentheimer Schweinen" im Schlachthof die Kehle durchgeschnitten werden, und schon ist der Artenschutz perfekt.<br />
<br />
Töten für den Artenschutz ist nicht neu – in Neuseeland heißt es bei Artenschützern "nur eine tote Katze, ist eine gute Katze"<sup>1</sup> -, die Implikationen liegen hier jedoch auf einer ganz anderen Ebene. Nachdem in den letzten Jahren, im letzten nochmals verstärkt, <a href="http://vegane-gesellschaft.de/archives/33-Umweltbundesamtsloesung-ab-sofort-alle-Menschen-vegan.html" >festgestellt</a> und auch in den Medien verbreitet wurde, daß der Unveganismus enorme ökologische Schäden verursacht, sehen die neusten Entwicklungen nach Gegenpropaganda aus. Jeder Unveganer war und ist als (zur Zeit unpopulärer) "Klimasünder" gebrandmarkt. Aigner und ihr Ministerium sind bereits zu <a href="http://tierrechtsforen.de/13/2066 " >Alibi-Eingeständnissen</a> gezwungen und empfehlen "weniger Fleisch" aus Umweltgründen. In Zukunft bietet das Konzept der "Agrobiodiversität" den Verbrauchern jedoch die Möglichkeit, einfach die "Nutztierrasse" zu wechseln, um sich als "Artenschützer" (und über ein paar Umwege auch als Umweltschützer) zu etikettieren und damit ihren Unveganismus in der Umweltdiskussion zu rehabilitieren. So heißt es beim Ministerium:<sup>2</sup><br />
<blockquote>Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft ist auch nötig, damit die Ernährungs-, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sich an verändernde Umweltbedingungen wie dem Klimawandel oder neue Ansprüche von Verbrauchern an landwirtschaftliche Produkte anpassen können.</blockquote><br />
Töten gegen den Klimawandel, und die Welt ist gerettet. Da die Tierausbeutung bisher einen hohen Anteil am Treibhauseffekt hat (und in Zukunft haben wird), werden, um sie zu erhalten, vermeintliche <a href="http://tierrechtsforen.de/13/2020 " >Lösungen</a> entwickelt, die z.B. den Methanausstoß bei Kühen um kaum 15% reduzieren, aber zum "Greenwashing"<sup>3</sup> der Tierausbeutungs&shy;industrie ausreichen.<br />
<br />
Es wundert wenig, daß auch angebliche Umweltorganisationen wie Greenpeace auf diesen Zug aufspringen. War Otto Normalverbraucher als Unveganer bisher nur als "Klimasünder" gebrandmarkt, ist jeder Umweltschützer, der nicht vegan lebt, deutlich gesprochen ein elender Heuchler. Da man hier etwas schneller als die Politik denkt, wurde von Greenpeace bereits vor einigen Jahren die "Arche Warder" gegründet, wo die "Schutz durch Nutzung"-Ideologie Programm ist.<br />
<blockquote>Die Arche Warder [...] ist Europas größter Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen. [...] Die Arche Warder kämpft für die Erhaltung dieser gefährdeten Rassen. Durch Zucht sollen die wertvollen, alten Rassen erhalten werden, die Bestände vergrößert und damit ein Beitrag für die Landwirtschaft geleistet werden.</blockquote><br />
So heißt es auf dem offiziellen Internetauftritt.<sup>4</sup> Wird jedoch <a href="http://veganfeminist.blogsport.de/2009/12/30/briefwechsel-mit-greenpeace/" >nachgefragt</a>, eröffnet sich erst die ganze Breite dieses Rechtfertigungsversuchs für ihren Unveganismus.<br />
<blockquote>Die Arche ist davon überzeugt, dass man den Tieren wieder einen Marktwert verschaffen muss, wenn man sie erhalten will. Umso mehr die Verbraucher Fleisch von alten Nutztierrassen nachfragen, umso mehr werden sie wieder gezüchtet. Das Risiko des Aussterbens einer Rasse wird dann wieder geringer.<br />
So widersprüchlich es auch klingen mag: jeder, der z.B. ein Kotelett vom Bunten Bentheimer Schwein verzehrt, trägt aktiv zur Erhaltung dieser gefährdeten Rasse bei.</blockquote><br />
<div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 200px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='http://maqi.de/bilder/schweine.html'><img hight="256px" width="199px" src="http://maqi.de/photos/pix/schweine-leikhfabdnah.jpg" alt="Tierausbeutungsopfer" /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Die "Rasse" ändert sich, die Methode bleibt</div></div>Da wird sich das Schwein aber freuen, daß seine "Art" erhalten wird. Nein, Moment, es wird sich nicht freuen. Zum einen, weil es vielleicht gerade im Schlachthaus an der Kette hängt und mit Sterben beschäftigt ist, und zum anderen, weil ihm sein Leben wichtig ist und nicht ein abstraktes und absurdes Konzept von der Quantität genetischer Informationen. Dieses abstrakte Konzept zu schützen (was auf herkömmlichen Artenschutz zum größten Teil und auf "Nutztierartenschutz" zu 100% zutrifft), ist zutiefst speziesistisch. Geschützt wird hierbei das, was für die Menschen nützlich, d.h. ausbeutbar ist (ob wirtschaftlich oder ästhetisch-ideologisch), nicht das, was der Natur tatsächlich hilft. Ethisch entscheidend sind jedoch nur Individualrechte, egal wie gefährdet die Art ist.<br />
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Nicht nur diese <i>Abart</i>igkeit machen den neusten Versuch, Tiermord als "Schutz" zu verkaufen, unglaubwürdig. Auch ein kurzes Nachdenken darüber, ob diese Methode für den wirklichen Artenschutz (der der Stabilität der Ökosysteme dient) nützlich ist, läßt diese Propaganda schlecht aussehen. Nimmt man das Schwein als Beispiel, sind alle im Zuge des Domestizierung gezüchteten Arten (alle außer den echten Wildschweinen) unnatürlich. Es sind Züchtungen, mit denen bestmögliche Nutzbarkeit (d.h. Ausbeutbarkeit) erreicht werden sollte und soll (mit anderen Worten: Qualzüchtungen, da die widernatürlichen Veränderungen wie die extrem schnelle Gewichtszunahme gesundheitliche Schäden bedingen). Ein Problem (angeblich gefährdete Arten) erst zu erzeugen und dann seine Ursache als Lösung zu verkaufen, ist primitive Pseudologik. Tatsächlich hätte ein Aussterben aller "Nutztierrassen" auf das wirkliche Ökosystem nicht die geringsten negativen Folgen, es wäre im Gegenteil die Wiederherstellung des natürlichen Zustandes (in dem neue Arten nur durch Evolution, nicht durch Züchtung entstehen).<br />
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Der beste Schutz für das Ökosystem ist – damit schließt sich der Kreis – Veganismus. Es kann nur geschützt werden, wenn nicht 60% bis 80% der landwirtschaftlichen Fläche an den "Futtermittelanbau" für die Tierausbeutungs&shy;industrie verschwendet wird, von Umweltverschmutzung durch Abfälle (u.a. Tonnen über Tonnen <a href="http://vegane-gesellschaft.de/archives/25-Frueher-war-alles-anders-Heute-ist-alles-Mist.html" >Gülle</a>) und der Methanerzeugung ganz zu schweigen. Alle Greenwashing-Versuche sind zum Scheitern verurteilt, denn eine ökologische Tierausbeutungs&shy;industrie kann es nicht geben, während Veganismus als Alternative so einfach ist. Und von der Umwelt abgesehen, ist Veganismus schlichtweg eine ethische Notwendigkeit.<br />
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"Schutz durch Nutzung" bei empfindungsfähigen Lebewesen anzuwenden ist, gelinde gesagt, perfide. Hoffen wir, daß das Familienministerium nicht auf die gleiche Idee kommt (denn Kinderarbeit wieder zu legalisieren, würde der Geburtenrate sicher gut tun).<br />
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<b>1</b> Katzen sind in Neuseeland keine einheimischen Tiere und da sie angeblich die einheimische Kleintierwelt bedrohen, wollen die extremeren Artenschützer die Katzen auszurotten.<br />
<b>2</b> bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Klima-und-Umwelt/BioVielfalt/JahrDerBiologischenVielfalt2010.html?nn=309768<br />
<b>3</b> bezeichnet die Methode, Unternehmen (hier: der Tierausbeutungs&shy;industrie i.A.) durch minimale Veränderungen ihrer umweltschädlichen Produktion, die effektiv kaum oder unwirksam sind, den Anschein von Umweltfreundlichkeit und/oder -unbedenklichkeit zu geben.<br />
<b>4</b> arche-warder.de</front color><br />
 
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